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Was ist Gestalttherapie

Gestalttherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren das der humanistischen Psychologie angehört. Die Gestalttherapie vertieft das Bewusstsein dessen, was auf mentaler, emotionaler und körperlicher Ebene im Hier und Jetzt geschieht. Dadurch kommen wir mit unseren Bedürfnissen, Ängsten und alten Wunden in Kontakt. Wir suchen also nicht in der Vergangenheit, sondern Erfahren im Hier und Jetzt. Die Heilung wird mit Übungen, Experimenten und verschiedenen körperorientierten Methoden unterstützt. Ziel ist unser Leben frei und unabhängig gestalten zu können. Während des therapeutischen Prozesses konzentrieren wir unsere Aufmerksamkeit mehr auf das Erleben als auf das „über etwas reden“. Wir beginnen die Therapie mit dem Eindeutigen und Offensichtlichen. Beim Fortschreiten der Therapie, benutzen wir das Gleichnis einer Zwiebel die geschält wird, um bildlich zu erklären wie wir dem inneren Kern des Seins immer näher kommen.

Es entsteht immer mehr Bewusstsein, und wir entdecken uns Selbst neu. In diesem Prozess erkennen wir unsere Programmierungen, Glaubenssätze und den sogenannten blinden Fleck, den wir bei allen erkennen nur bei uns selbst nicht. Die Aufgabe des Therapeuten ist es, den Prozess des „Erkennens“ zu begleiten und die Lösung oder Integration zu erleichtern. Der therapeutische Prozess begünstigt unsere Fähigkeit in Kontakt mit anderen zu treten und Erfüllung zu finden.

Der Gründer, Fritz Perls, sagte die Gestalttherapie sei zu wichtig, um sie nur auf kranke Menschen zu beschränken. In diesem Sinne umfasst der Therapieansatz einerseits ein Heilungsaspekt, der das Abklingen der Symptome und die Lösung der Probleme begünstigt, und auf der anderen Seite ist Gestalttherapie auch eine Technik die Wachstum, persönliche Entwicklung und eine gesunde Haltung fördert und uns hilft das Leben zu genießen.

Ich integriere in die Arbeit mit Gestalttherapie, das Eneagramm so wie es von Claudio Naranjo, übertragen und weiterentwickelt wird.

Das Wort Gestalt bedeutet implizit, dass das Ganze größer ist als die Summe seiner Teile. Daher führt es zu einer ganzheitlichen Sicht, wo wir die Person als Ganzes betrachten. Gestalttherapie arbeitet mit dem Menschen als ganzen Organismus. Es werden keine Symptome abgespalten und einzeln behandelt, wir versuchen immer zu erkennen, welche Rolle diese Zeichen in unserem Leben spielen und weswegen wir sie mal gebraucht haben und jetzt automatisch immer wiederholen.

Wem hilft die Gestalttherapie?

Die Gestalttherapie hilft jeder Person, die ernsthaft bereit ist, an ihrer Selbsterkenntnis zu arbeiten. Der Gestalttherapeut hilft seinem Klienten, neue Wege zu finden, es werden keine fertigen Lösungen bereitgestellt, sondern individuell erarbeitet.

Mit der Unterstützung des Therapeuten erfährt der Klient, warum er sein Wachstumspotenzial nicht zulassen kann. Nur 5% unserer tagtäglichen Handlungen sind uns bewusst, den Rest der Zeit leben wir in einem Zustand automatischen Funktionierens. Dynamiken die mit Angst, Schmerz, Scham zu tun haben oder einfache Impulse von anderen gesehen werden zu wollen, oder es recht machen zu wollen um Liebe zu erhalten, sind einige der vielen Mechanismen die unsere Handlungen bestimmen. Wenn diese Mechanismen in unangemessenen Situationen auftreten, überbewerten wir sie einseitig und schränken das natürliche Potenzial des Menschen ein, die aktuelle Realität wahrzunehmen und sich ihr zu stellen.

 

Wurzeln der Gestalttherapie

Der Ansatz der Gestalttherapie wurde von Fritz Perls (1893-1970) entwickelt. Es bezieht den Namen und einige Einflüsse aus der Schule der deutschen Gestaltpsychologie, aber viel mehr aus anderen Quellen wie der Psychoanalyse (Freud, Jung, Rank usw.), der Phänomenologie und dem Existentialismus.

Perls war sehr an der Arbeit von W. Reich interessiert, der die Zusammenhänge zwischen psychischen und muskulären Panzerungen im Körper erforschte, daher die Bedeutung, die die Gestalttherapie dem Körper beimisst. Sowie von Moreno und seinen theatralischen, psychodramatischen und ausdrucksstarken Techniken. Eine weitere wichtige Inspirationsquelle war die Zen-Meditation.

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